Split, Tag 15

Heute wäre mir fast etwas Komisches passiert. Ich bin rausgegangen, um etwas zu essen, und dachte tatsächlich: irgendwie haste heute gar keine Lust auf ein Eis. Und dann habe ich ganz hervorragende Ćevapčići im Fladenbrot aus der Kantun Paulina gegessen (wir erinnern uns: immer tun, was Alida sagt!), und eine Weile am Meer gesessen und bin noch ein bisschen herumgelaufen, wie jeden Tag, und dann hatte ich, ZACK! plötzlich doch Lust auf ein Eis. Puh, nochmal gutgegangen! Da habe ich gleich nochmal diese geile dunkle Schokolade von neulich genommen.

Ansonsten: kein Foto gemacht, keinen Roman geschrieben, keine einzige Sinfonie. Aber hey, gestern immerhin eine ganz lustige Idee für Projekt drei gehabt. Dummerweise ist Projekt drei gar nicht dran, es steht, nun ja, an dritter Stelle.

Bilanz

Hab keine Romane geschrieben;
keine einzige Sinfonie.
Mein Umsturz ist Stückwerk geblieben;
wie meine Tanztheorie.

Nicht eine Kathedrale!
Kein Dachgeschoß ausgebaut!
Und wenn ich mal male,
wird’s Mist.

Nie im Puff und keine Visionen,
kein Sieg, keine Oper, kein Mord.
Kein Starkult und keine Millionen,
kein Hit, kein Hut, kein Rekord.

Nobelpreis? Nix draus geworden.
Kein Kriegsheld, Konzernherr, null Orden.
Tor des Monats, Befreiungskampf, Geige?
Macht? Schönheit? Genie? – Fehlanzeige.

Nur dieses kleine Gedicht.
Reicht das nicht?

F. W. Bernstein

Kater

Neulich war ich mit Herrn Buddenbohm essen. Es gab Knoblauch. Als „Gruß aus der Küche“ kam tatsächlich eine komplette Knoblauchknolle, oben einmal sauber aufgeschnitten und im Ofen geröstet. Das war ganz schön lecker. Wir haben sie zu zweit aufgegessen, natürlich haben wir sie vorher fotografiert und sofort ins Internet gestellt, wo uns niemand glaubte, dass das tatsächlich Knoblauch war, und schon gar nicht, dass wir ihn essen würden. Also futterte ich auch noch schnell die letzten kleinen Zehen raus, damit wir noch ein Bild der leeren Häutchen posten konnten.
11217528_10206883468631688_4790208016242613262_nDann gab es „normales“ Essen, und als ich hinterher nach Hause kam, sagte der lustige Mann: Oh, gab’s was mit Knoblauch? Nein, sagte ich, es gab Knoblauch. Mein Mann lachte nur noch, es klang allerdings ein wenig verzweifelt.
Am nächsten Morgen, als er die Wohnung verließ, sagte er, ich solle unbedingt ganz dringend gut durchlüften, wenn ich aufgestanden sei, es sei wirklich furchtbar. Der Arme. Und ich Arme, ich fühlte mich irgendwie verkatert, ausgedörrt, ich hatte leichte Kopfschmerzen und mir war ein bisschen übel; vom eigenen Knoblauchatem wahrscheinlich, sehr seltsames Gefühl. Ich hatte zwei Gläser Wein getrunken, kein Grund für einen solchen Kater.

Was ich abends beim Essen komplett vergessen hatte: Ich hatte morgens einen Arzttermin. Habe mich also erstmal entschuldigt, dass ich so stinke. Der Arzt lachte und meinte, das sei ja auch lecker. Eine ganze halbe Knolle allerdings sei ein strammes Programm, ich solle mal den Mund aufmachen und die Zunge rausstrecken. Ich versuchte, dabei nicht auszuatmen. Ja, sagte er, total ausgetrocknet, kein Wunder, Knoblauch wirke noch stärker dehydrierend als Alkohol. Ob ich einen Kater hätte?

Das hatte ich nicht gewusst. Ich wusste nur, dass Knoblauch gesund ist, aber nicht, dass er ungesund ist. Famous first times: Ich hatte tatsächlich einen veritablen Knoblauchkater. Was es alles gibt.

Carnivegane Frikadellen

Gerade hatte ich mir das alberne Wort „carnivegan“ ausgedacht, zack!, gibt’s das schon. Jedenfalls: Frikadellen*.

500 gr. Hackfleisch
1 trockenes Brötchen
Sojamilch
1 Zwiebel
1 ordentliche Knoblauchzehe
Pfeffer, Salz, Senf, Gewürze nach Geschmack

Trockenes Brötchen in Sojamilch einweichen. Mit dem Fleisch, der sehr klein geschnittenen Zwiebel, dem ausgedrückten Knoblauch und den Gewürzen zusammen mit den Händen zu einem Teig verkneten. Eier braucht kein Mensch. Frikadellen formen, braten, fertig. Lecker.

Senf dazu. Und z.B. veganen Kartoffelsalat.

Getränkeempfehlung: Ein Clausthaler und ein Korn.

Bärlauch-Kartoffelsalat (vegan)

Kartoffeln
Zwiebel
Frischer Bärlauch

Pellkartoffeln kochen und je nach Schale und Vorliebe entweder pellen oder halt nicht. Während die Kartoffeln kochen, Zwiebel und Bärlauch kleinschneiden und vegane Mayonnaise zubereiten. Dafür braucht man:

100 ml Sojamilch
2 TL Zitronensaft
Salz
Pfeffer
2 TL Senf
125 ml Sonnenblumenöl

(Rezept von hier)
Sojamilch in einen hohen Becher geben, Zitronensaft dazu – laut Rezept soll das etwas gerinnen, tat es bei mir nicht, war aber egal. Womöglich lag es daran, dass ich keinen Zitronensaft hatte, sondern einmal Orangen-, einmal Pampelmusensaft genommen habe. Salz, Pfeffer und Senf dazu. Pürierstab reinstellen und los geht’s: beim Pürieren das Öl in einem dünnen Strahl zufließen lassen und schön weitermixen, bis die Mayo fest ist. Wenn sie nicht fest wird, noch etwas mehr Öl einrinnen lassen und weiterpürieren. Wird schon. Supereinfach, superlecker. Meine Mayo war sehr fest geworden und der Kartoffelsalat dadurch etwas trocken, deswegen habe ich noch einen Schluck Gemüsebrühe dazugegeben. Am besten einige Stunden vorher zubereiten, damit der Kartoffelsalat schön durchziehen kann.
Für Coleslaw geht die Mayo übrigens auch sehr gut.

So! lecker!

Lecker Krabben

„Eine Packung Krabben reicht aus, um eine Ratte zu töten.“
„Auf ein Kilo Krabben kommen sieben bis neun Kilo Beifang.“ (Das ist quasi das gleiche wie bei anderen Tieren: um tausend Kalorien Rindfleisch zu gewinnen, muss man auch sieben- bis neuntausend Kalorien verfüttern. Ich mag ja hinkende Vergleiche.)

(Via Max / Claudia.)

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